23.11.2011
Staatsanleihen sorgen für wackelige Renditen bei der Lebensversicherung
Galten Staatsanleihen in der Vergangenheit als zwar nicht besonders zinsstarke, aber zuverlässige Geldanlage, bescheren die drastisch gesunkenen Zinsen jetzt Probleme. So lohnt eine Investition kaum noch für private Anleger; aber auch die Anbieter von Lebensversicherungen sind betroffen, und somit auch ihre Kunden.
Kapitalbildende Lebensversicherungen gehören in Deutschland zu den wichtigsten Standbeinen der privaten Altersvorsorge. Doch selbst für langjährige Versicherungsinhaber könnte die einst versprochene Ausschüttung der eingezahlten Beiträge nun auf der Kippe stehen, denn die Versicherer selbst stecken in einem finanziellen Dilemma. So sind sie gezwungen, einen großen Teil ihrer Einnahmen in Staatsanleihen anzulegen. Diese bringen aktuell nur noch einen mageren Zinssatz von 0,08 Prozent ein. Die Versicherungen jedoch müssen ihren Kunden einen Garantiezins von momentan 2,25 Prozent gewähren. In den 90er Jahren waren es noch vier Prozent.
Dazu kommt, dass die Versicherungen ohnehin zum großen Teil mit „Luftgewinnen“ arbeiten, wie ein großer Anbieter erklärt. So wird oft mit Gewinnen gerechnet, die gar nicht eintreten, weil sie einen vorzeitigen Verkauf der Wertpapiere voraussetzen würden. Die Versicherer halten jedoch meist bis zum Ende der Laufzeit an den Anleihen fest und erhalten so gar keine Zinsen dafür.
Auch Investitionen der Versicherer in verschuldete Staaten wie Italien können zum Problem für Anbieter und Versicherte werden. Erst in den nächsten Jahren wird sich herausstellen, wie weit Garantiezins und Ausschüttungssummen betroffen sein werden.


